Hamburg Hgbf - Von der Güterdrehscheibe des Nordens zur Hafencity

Foto: Georg Sattler

Wer mit dem Zug von Süden nach Hamburg fährt, erlebt ein sehr interessante Stadteinfahrt. Zwischen dem Rangierbahnhof Maschen und dem Endpunkt Hamburg-Altona geht es zunächst durch die Ausläufer der imposanten Hafenanlagen, bevor man sich über die Süder- und Norderelbbrücken in zunehmend langsamer werdenden Fahrt der Speicherstadt und dem Hauptbahnhof nähert. Über Alster und die Verbindungsbahn mitten durch die Stadt geht es vorbei an den Anlagen des berühmten Bahnbetriebswerks Hamburg-Altona in den gleichnamigen Kopfbahnhof. Besondere Aufmerksamkeit erregten bei mir stets jene Gleisanlagen kurz vor dem Hauptbahnhof  im Bereich des Oberhafens, die wie vergessene Relikte aus einer anderen Zeit erschienen. Weichenstraßen mit zahllosen DKW wie man sie vor dem Krieg konzipierte, dazu alte Stellwerke und natürlich jede Menge Formsignale. Allerdings handelte es sich bei dieser altmodischen Anlage nicht um ein Bahnmuseum, sondern um eine der wichtigsten Güterzugdrehscheiben und einen der der neuralgischen Punkte im Bahnverkehr Norddeutschlands. Der offizielle Name der Anlage: Hamburg Hauptgüterbahnhof. Durch Umbauten der Streckenführungen und Verkehrsverlagerungen wurde große Flächen in den 1990er Jahren überflüssig und werden als Wohngebiete und Parkanlagen Bestandteil der neuen Hafen-City.

Nach dem Abriss der Bahnanlagen ab 1998 entdeckte ich eine schöne Internetseite von Matthias Teufert über den Bahnhof. Als diese Seite später aus dem Netz verschwand, nahm ich Kontakt mit Matthias auf und habe die Seite in überarbeiteter Form mit seiner Hilfe wieder ins Leben gerufen.

Die folgenden Seiten informieren über die abwechslungsreiche Geschichte der hochinteressanten Anlage, die so wohl einzigartig in Deutschland war. Der Schwerpunkt liegt beim Zustand als Hauptgüterbahnhof, wie er zwischen 1906 und 1996 bestand. Aber auch die Vorgeschichte und der Abriss ab 1998 werden behandelt. Viel Spaß bei der Lektüre - weitere Informationen, Bilder und andere Unterlagen sind herzlich willkommen.

Carsten Hölscher